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20 Jahre EEG — und dann? Erträge, Lebensdauer und Post-EEG erklärt

Systemsprung Redaktion ·
Auf einen Blick

Nach 20 Jahren EEG-Vergütung läuft die Anlage technisch noch 10–20 Jahre weiter. Die gesetzliche Anschlussvergütung sichert Erträge bis mindestens 2032, danach Direktvermarktung in einem strukturell wachsenden Strommarkt.

20 Jahre EEG — und dann? Erträge, Lebensdauer und Post-EEG erklärt

Wer in eine Photovoltaikanlage investiert, bekommt eine klare gesetzliche Zusage: 20 Jahre Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das ist die stabile Basis. Wer aber langfristig rechnet, stellt sich die richtige Frage: Was kommt nach Jahr 20?

Was regelt die EEG-Vergütung?

Nach §21 EEG gilt die garantierte Einspeisevergütung für 20 Kalenderjahre ab Inbetriebnahme — zuzüglich des Inbetriebnahmejahres selbst. Eine Anlage, die im April 2024 ans Netz geht, erhält die Vergütung bis Ende 2044.

In dieser Zeit ist der Erlös vollständig unabhängig vom Strommarkt: Der Netzbetreiber zahlt den festgelegten Satz pro eingespeister Kilowattstunde, egal ob der Börsenpreis steigt oder fällt. Das ist keine Marktspekulation — das ist Planungssicherheit durch Gesetz.

Was passiert nach den 20 Jahren EEG?

Nach Ablauf der EEG-Frist greift automatisch die Anschlussvergütung nach §21 Abs. 1 Nr. 3 EEG. Sie beträgt aktuell rund 3,79 ct/kWh — deutlich weniger als die EEG-Vergütung, aber gesetzlich geregelt und stabil bis mindestens 2032.

Das ist kein Traumerlös, aber kein Ausfall. Und es ist nur eine Übergangsstufe.

Direktvermarktung: Was ab 2032 realistisch ist

Ab 2032 oder nach Auslaufen der Anschlussvergütung stehen zwei marktbasierte Modelle zur Wahl:

Direktvermarktung bedeutet: Der Strom wird an der Energiebörse oder über einen Händler verkauft. Der Preis ist variabel. Der strukturelle Trend spricht aber für steigende Preise: Elektromobilität, Wärmepumpen und Industrie werden den europäischen Strombedarf bis 2040 deutlich erhöhen.

PPAs (Power Purchase Agreements) sind Direktlieferverträge mit gewerblichen Abnehmern — Unternehmen, die günstigen Grünstrom direkt beziehen wollen. Für Anlagen ab ca. 100 kWp zunehmend ein realistisches Modell.

Der Strommarkt wird nicht verschwinden. Die Erträge sind marktabhängig — aber in einem Markt, der strukturell knapper wird.

Wie lange hält eine PV-Anlage wirklich?

Hier liegt der entscheidende Hebel für Langzeitinvestoren. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) gibt die technische Lebensdauer moderner PV-Anlagen mit 30 bis 40 Jahren an.

Die Degradation beträgt nur ca. 0,15 % pro Jahr. Nach 20 Jahren Betrieb liegt die Anlage noch bei rund 97 % Nennleistung, nach 25 Jahren bei 96 %.

Das bedeutet konkret: Die Anlage läuft nach Ablauf der EEG-Vergütung noch 10 bis 20 weitere Jahre — mit nahezu voller Leistung, bereits vollständig abgeschrieben, ohne neue Kapitalkosten.

Die vollständige Ertragskurve einer PV-Anlage

Zeitraum Erlösmodell Planungssicherheit
Jahre 1–20 EEG-Vergütung (§21 EEG) Gesetzlich garantiert
Jahre 21–28 (ca.) Anschlussvergütung (§21 Abs. 1 Nr. 3 EEG) Gesetzlich gesichert bis 2032
Ab Jahr 28 Direktvermarktung / PPA Marktabhängig, strukturell positiv

Eine 2024 in Betrieb genommene Anlage produziert potenziell bis 2054 bis 2064 Strom. Das ist kein kurzfristiges Renditepapier — das ist Infrastruktur mit einer sehr langen Nutzungskurve.

Was Wechselrichter-Tausch und Wartung kosten

Für eine realistische Kalkulation gehört es dazu: Wechselrichter haben eine Lebensdauer von ca. 15 bis 20 Jahren und müssen einmal getauscht werden. Die Kosten liegen bei ca. 0,02–0,03 €/Wp — bei 100 kWp also ca. 2.000–3.000 €. Module benötigen gelegentliche Reinigung. Diese Kosten sind überschaubar und planbar.


Alle Angaben nach aktuellem Rechtsstand 2024/2025. Gesetzliche Änderungen, insbesondere beim EEG, vorbehalten.

Häufige Fragen

Wie lange gilt die EEG-Einspeisevergütung?

Die EEG-Vergütung gilt nach §21 EEG für 20 Kalenderjahre ab Inbetriebnahme, zuzüglich des Inbetriebnahmejahres. Eine Anlage, die 2024 ans Netz geht, erhält die garantierte Vergütung bis Ende 2044.

Was passiert nach Ablauf der 20 Jahre EEG-Vergütung?

Nach Ablauf der EEG-Vergütung greift automatisch die gesetzliche Anschlussvergütung nach §21 Abs. 1 Nr. 3 EEG — aktuell ca. 3,79 ct/kWh. Diese ist bis mindestens 2032 gesetzlich geregelt. Danach folgt die Direktvermarktung oder ein PPA-Vertrag mit gewerblichen Abnehmern.

Wie hoch ist die Post-EEG-Anschlussvergütung?

Die Anschlussvergütung beträgt aktuell ca. 3,79 ct/kWh (Stand 2024). Sie ist deutlich niedriger als die EEG-Vergütung, aber gesetzlich gesichert und ein stabiler Übergang bis zur Direktvermarktung.

Wie lange hält eine Photovoltaikanlage technisch?

Laut Fraunhofer ISE beträgt die technische Lebensdauer moderner PV-Anlagen 30 bis 40 Jahre. Die jährliche Degradation liegt bei nur ca. 0,15 % — nach 25 Jahren produziert die Anlage noch ca. 96 % der ursprünglichen Leistung.

Sind Erträge aus Direktvermarktung nach 2032 verlässlich?

Die Erträge aus Direktvermarktung sind marktabhängig und damit nicht garantiert. Strukturell spricht jedoch vieles für steigende Strompreise: wachsende Nachfrage durch Elektromobilität, Wärmepumpen und Industrieelektrifizierung. Der europäische Strommarkt wird nicht verschwinden.

Was kostet Wartung und Wechselrichter-Tausch?

Wechselrichter haben eine Lebensdauer von ca. 15–20 Jahren und müssen einmalig getauscht werden — Kosten ca. 2.000–3.000 € bei 100 kWp. Module benötigen gelegentliche Reinigung. Diese Kosten sind überschaubar und gut planbar.

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